square In ihrer Zusammenarbeit stellen Hendrik Quast und Maika Knoblich „theatrale Probleme“ her und folgen einem gemeinsamen Interesse der Theatralisierung des Alltäglichen, Banalen, Grotesken und Nebensächlichen. Auf diese Weise bearbeiten sie theaterferne Milieus, darstellerische und handwerkliche Techniken sowie nichtdramatische Texte und Rhetoriken. Je nach Thema, Beteiligten und Expertisen entwickeln sie daraus originäre performative Formate, die aus einer stark visuell geleiteten Arbeitsweise grotesk-komische Welten kreieren. Dazu gehören vor allem situations- und ortsspezifische Happenings und Aktionen, deren Dramaturgien sich durch Echtzeitlichkeit auszeichnen und oft als mehrstündige Durational-Formate nur einmalig stattfinden.

Beide Theatermacher sind Regisseure und Performer zugleich und entwickeln aus ihren Begegnungen mit Expert*innen Alter Egos und Textskripte, die sie selbst in stark verfremdetem Masken- und Kostümbildnern performen. Für die Entwicklung ihrer „künstlichen“ Performer- und Sprechhaltungen nehmen sie projektspezifisch Coachings in darstellerischen Registern wie Moderation, Gesang o.ä. und verstehen auch hier ihre künstlerische Praxis als Weiterbildung.

Als künstlerische Strategie binden sie häufig auch lokale Gemeinschaften wie Vereine und Laienensembles in ihre Arbeit ein. Dabei werden soziale Praktiken aus Communities, die sich über Handwerk und Hobbies zusammenfinden, in künstlerische Anordnungen übersetzt. Taskbasiert folgen diese Zusammenarbeiten einer utopischen Idee und gemeinsamen aktionistischen wie visuellen Zielsetzung, z.B. der Wieder-Aufrichtung einer deutschen Eiche im "Ur-Forst" (2014) auf der Theaterbühne.

Ihre Formate sind eng an die Entwicklung mit Produktionshäusern gebunden. Zu ihren Partnern gehören die Sophiensaelen Berlin, das Künstlerhaus Mousonturm, das Theater Skogen in Göteborg, die Gessnerallee Zürich, das FFT Düsseldorf und die Schwankhalle Bremen. Sie wurden zu nationalen und internationalen Festivals wie Impulse, Sommerfestival auf Kampnagel sowie dem Festival a/d Werf eingeladen. Ihre Performancearbeiten dienten auch als Ausgangspunkt für das Hörspiel „Trauer tragen“ (2012) und „Mohrle“ (2015) beim WDR in Köln.

Beide begannen ihre Zusammenarbeit 2009 während des Studiums am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen.

Quast & Knoblich